Zucht – Aufzucht – Ernährung und Gesundheit

 

 

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Ob auf Ausstellungen oder bei mir zu Hause, wenn Geflügelfreunde zu Besuch kommen. Es treten immer viele Fragen zur Geflügelzucht auf.

 

Dieser Bericht soll nur eine Anregung für den interessierten Leser sein. Es sind Erfahrungen, welche ich in den Jahren meiner Zucht gemacht und mit Zuchtkollegen ausgetauscht habe.

 

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Zum Beispiel: a)           Warum legen meine Tiere zu dieser frühen Jahreszeit nicht?

 

 

In den ersten Monaten des neuen Zuchtjahres, in welchen wir die Eier für unsere Brut sammeln, sind die Tage sehr kurz. Das bedeutet, die Tiere haben zu wenig Licht.

 

Gesammelt werden:      Schwere Rassen          Januar   -  März

                        Leichte Rassen             Februar -  April

 

Um genügend Eier für die Brut zu bekommen, müssen die kurzen und düsteren Tage mit einer künstlichen Lichtquelle verlängert werden, damit wir auf ca. 12 – 15 Stunden Tageslicht kommen.

 

Zum Beispiel:   b.)        Warum funktioniert das bei mir mit der Brut nicht?

                        Meine Brutmaschine ist mit Eiern gefüllt, nur wenige sind

                        befruchtet oder nach der Brutzeit schlüpfen die Küken nicht.

 

Was ist passiert?

 

Es kann an der Ernährung liegen.

 

Wenn die Tiere überfüttert sind mit zu viel Weichfutter, Brot oder Brötchen kann dass ein Grund für eine schlechte Befruchtung sein. Zu eiweißreiche Fütterung beeinträchtigt den Schlupf, genau wie die Zugabe von altem oder verdorbenem Geflügelfutter. Hierbei ist das Vertrauen zum Futtermittelhändler ganz wichtig, genau so wie das regelmäßige und gründliche Reinigen der Futternäpfe sowie Grünauslauf oder die tägliche Zugabe von Grünfutter.

 

Haltung und Pflege beim Schlupf der Küken

 

Schon beim Einlegen der Eier in die Brutmaschine muss man sich Gedanken machen, ob man überhaupt genug Platz für die Küken hat. Natürlich auch dann, wenn diese etwas älter sind.

Es sollte nicht nur an die Ausstellungstrophäen gedacht werden – an erster Stelle steht das  Tier!

Damit man auf die Hygiene im Stall besser achten kann, sollte der Auslauf des Geflügels mit den Tieren wachsen. Schlimm ist es, wenn man wegen zu enger Tierhaltung den Boden unter dem Kot der Tiere nicht mehr erkennen kann.

 

Bei der Aufzucht von Hühnern und Tauben ist es wichtig, dass die Küken eine gute Luftzufuhr bekommen. Sie benötigen mehr Sauerstoff als der Mensch! Es muss daher für genügend Frischluft gesorgt werden. Wichtig jedoch: Es darf kein Durchzug entstehen.

 

 

Ernährung der Küken

 

In den ersten Lebenstagen der Küken verabreicht man Kükengrütze. Später steigt man dann um auf Pellets. In der zweiten Lebenswoche, wenn sie etwas größer sind, gibt man dann Grünfutter (Gras, Brennnessel o. ä.) und geraspelte Möhren dazu. Ganz wichtig ist auch eine Schale mit Quarzsand ab der ersten Lebenswoche zuzugeben.

 

Die Junghennen

 

Hier füttert man nicht zu eiweißreich. Die Damen sollen sich erst prächtig entwickeln bevor sie mit dem Legen beginnen. Zu eiweißreich würde bedeuten, dass sie zu früh mit dem Legen beginnen – dadurch wird das Wachstum gestoppt und es kann passieren, dass sie zu Beginn der Ausstellungssaison in die Mauser kommen.

 

Die Junghähne

 

Die Herren bekommen extra Hähnefutter ( extra Pellets für Hähne ). Dieses hat einen  höheren Eiweißanteil und damit wird ihr stärkeres Skelett beim Wachstum besser unterstützt. Zusätzlich verabreicht man Weichfutter in Form von eingeweichtem Brot, welches mit Futterkalk und Bierhefe vermischt ist.

 

Bei beiden Geschlechtern muss genügend Grünfutter zur Verfügung stehen.

 

Die Sauberkeit

 

Es gibt Züchter, die denken, wenn die Tiere krank sind, gehe ich zum Tierarzt und hole entsprechende Medikamente, bevor auf die Sauberkeit geachtet wird!

 

Geflügelställe müssen einmal im Jahr gründlich desinfiziert werden.

Regelmäßiges Reinigen der Ställe ist natürlich oberstes Gebot, denn durch den Kot der Tiere wird Ammoniaksäure freigesetzt. Ist die Luft im Stall verschmutzt, können Krankheiten entstehen ( z.B. Schnupfen).

Tauben, welche in Volieren gehalten werden, suchen auf dem Boden immer wieder nach kleinen Steinchen welche sie dann fressen, da diese zur Verdauung benötigt werden. Sind die Steinchen mit älterem Kot in Berührung gekommen, können sich die Tauben mit Krankheiten wie Kokzidiose, Würmern oder Salmonellen infizieren. Dieser Kot kann auch von Nagetieren oder Wildvögeln stammen!

 

Die Sauberkeit und das Futter

 

Man bezieht das Futter nur vom Händler seines Vertrauens, wo es natürlich immer frisch ist und die Säcke geschlossen sind.

Bei zu altem Futter oder unsauberer Lagerung kann sich der Kornkäfer einnisten.

Nie Futterreste in der Futterkiste oder Tonne lassen, sondern erst aufbrauchen, ausputzen, lüften und dann erst wieder neues Futter einfüllen.

 

Mein Tier sieht krank aus

 

Die Tiere haben sich nun prächtig entwickelt, aber das erste Tier erscheint uns krank. Lässt man es bei der Herde, ist ein wenig später die ganze Herde krank.

Wenn man bemerkt, dass man die Ursache unterschätzt hat und etwas getan werden muss, sollte man bedenken, dass viele Krankheiten ohne Medikamente bekämpft werden können.

Denn durch Verabreichung von Medikamenten wird das Immunsystem geschwächt und die Tiere werden immer anfälliger für Krankheiten.

                       

            Sauberkeit im Stall sowie im Auslauf

            Große Herde und zu kleiner Auslauf – die Tiere laufen durch den Kot            und erkranken an Kokzidien oder bekommen Würmer

 

Wird ein großer Grünauslauf geboten – werden wir vitale Tiere haben.

 

 

 

 

Guido Beirowski

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